Dunkles Erbe - Ina Haller (Krimi in der Schweiz)

Dunkles Erbe

von Ina Haller

Genre
Krimi
ISBN
978-3-7152-5534-7
Anzahl Seiten
272
Buchtyp
Hardcover Buch

Zusammenfassung

Christoph und Franz sind Brüder, doch seit über 20 Jahren herrscht Funkstille zwischen ihnen; ihr letztes Treffen endete im Streit. Unvermittelt lädt Franz seinen Bruder zum Essen ein. Als Christoph in der Wohnung eintrifft, findet er Franz tot vor. Er alarmiert sofort die Polizei, sieht sich jedoch einem Schwall an Fragen gegenüber, auf die er keine Antworten hat. Bald gerät auch seine Frau Regula ins Visier der Ermittler. Als kurz darauf ebenfalls Franz’s Nachbarin stirbt, geraten Christoph und Regula unter massiven Verdacht, zumal die Tatwaffe auf Christophs Reiterhof entdeckt wird.

Ein rätselhafter Unfall auf dem Hof macht Christoph schliesslich klar, dass dies alles kein Zufall sein kann und auch er und seine Frau in akuter Lebensgefahr schweben. Doch er kann sich keinen Reim auf die Ereignisse machen. Während die Polizei im Dunkeln tappt, steht für sie fest, dass Christoph in irgendeiner Form in den Fall verwickelt sein muss.

Christoph dämmert es, dass der Täter in Verbindung mit seiner eigenen Vergangenheit stehen muss und er sich unweigerlich seiner traumatischen Geschichte stellen muss. Alles nahm einst in Dresden seinen Anfang, beim verheerenden Luftangriff im Zweiten Weltkrieg, den er, sein Bruder Franz und ihre Mutter damals nur knapp überlebten.

Buchsenf (Rezension)

Das musste in der Bibliothek schnell gehen. Zum Glück gibt es immer eine Ecke mit Neuheiten, und so war rasch klar, dass ich dieses Buch auf gut Glück mitnehme. Gerade bei Kriminalromanen, die in der Schweiz spielen und von Schweizer Autoren geschrieben sind (ja, ich gebe zu, das sind Vorurteile), bin ich oft skeptisch und wusste anfangs nicht recht, worauf ich mich einlasse.

Doch ich muss sagen: Dieser Krimi ist packend. Zumal er einen Bezug zum Zweiten Weltkrieg aufweist. Eine Epoche, deren Geschichten ich bekanntlich sehr schätze und in der ich immer gerne neue Facetten entdecke. Auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. Mir war natürlich bewusst, dass die deutsche Bevölkerung gegen Ende des Krieges ebenfalls unter massivem Beschuss gelitten hat und viele Unschuldige starben. Doch was Christoph und seiner Familie widerfahren ist und wie am Ende alles zusammenhängt, war mir so nicht präsent.

Vor allem zeigt das Buch eindrücklich, wie Wut über einen so langen Zeitraum anwachsen kann, bis schliesslich nur noch Rache als Ausweg bleibt. Das macht deutlich, dass sich die Vergangenheit eben nicht einfach vergessen lässt.

Ein solider Schweizer Krimi, bei dem die Autorin Ina Haller alles richtig gemacht hat. Das war ganz bestimmt nicht das letzte Buch, das ich von ihr gelesen habe.