Fräulein Paula und die Schönheit der Frauen - Caroline Bernard

Fräulein Paula und die Schönheit der Frauen

von Caroline Bernard

Genre
Drama
ISBN
978-3-7466-3655-9
Anzahl Seiten
378
Buchtyp
Taschenbuch

Zusammenfassung

Der Zweite Weltkrieg ist endlich zu Ende, und doch fehlt es den Menschen am Nötigsten. Paula lebt in Hamburg und ist fest entschlossen, dass die Zeit gekommen ist, sich wieder schön zu fühlen – auch wenn es nach wie vor schwierig ist, selbst Grundnahrungsmittel zu beschaffen. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren beiden Schwestern lebt sie bescheiden in einer kleinen Wohnung und kämpft sich durch den Alltag.

Als Paula in einem Schaufenster ein Stelleninserat entdeckt, geht sie kurz entschlossen in die Geschäftsräume und stellt sich vor. Sie bekommt die Stelle tatsächlich: Sie spricht Englisch, hat ein gutes Gespür für technische Abläufe und bringt vor allem eine Leidenschaft für Mode mit.

Der Strumpffabrikant, für den sie fortan arbeitet, ist fest entschlossen, den Frauen wieder Nylonstrümpfe zu ermöglichen. Schon bald reist Paula mit ihm in die USA, um die nötigen Maschinen zu beschaffen, und steigt schnell zu seiner rechten Hand auf.

Stück für Stück lernt sie, das Leben wieder zu geniessen – wäre da nicht der schmerzhafte Verlust ihrer ersten grossen Liebe im Krieg. Als schliesslich ein britischer Offizier in ihr Leben tritt, der eigentlich nur die Produktion der Nylonstrümpfe überwachen soll, gerät Paula ins Grübeln: Flirtet er ehrlich mit ihr oder ist das nur Taktik, um mehr über die Vorgänge im Betrieb zu erfahren?

Ein eindrücklicher Roman, der die Nachkriegszeit aus der Perspektive der Frauen beleuchtet und zeigt, dass Mut belohnt wird.

Laut der Autorin Caroline Bernard handelt es sich um eine fiktive Geschichte, die jedoch auf wahren Begebenheiten beruht.

Buchsenf (Rezension)

Bücher rund um den Zweiten Weltkrieg habe ich schon sehr viele gelesen, doch mit der Frage, was eigentlich nach Kriegsende geschah, habe ich mich bisher noch kaum auseinandergesetzt. Es war eine schwierige Zeit: Während des Krieges hatten die Frauen viele Arbeiten der Männer übernommen, wurden selbständig und kämpften sich durchs Leben. Doch als die Männer aus dem Krieg zurückkehrten, verdrängten sie die Frauen wieder und drängten sie zurück an den Herd.

Man spürt deutlich, dass Paula sich ihre hart erarbeitete Selbständigkeit nicht mehr nehmen lassen will. Zu Beginn des Buches fehlt es den Menschen an allem, und man schlägt sich mehr schlecht als recht durch den Tag. Doch allmählich eröffnen immer mehr Geschäfte, und die Frauen dürfen sich endlich wieder schön fühlen. Mir war zwar bewusst, dass Nylon damals ein kostbares Gut war und einfach zur Frau gehörte; welche riesigen Anstrengungen jedoch nötig waren, um an diese «Seide» zu gelangen, wird in diesem Buch eindrücklich beschrieben.

Ich bewundere Paula für ihren Mut und dafür, dass sie sich für die Arbeitenden einsetzt und nicht davor zurückschreckt, dem Chef auch mal zu widersprechen, wenn eine Entscheidung falsch ist. Ihr Geschäftssinn ist an vielen Stellen spürbar – das ist besonders für die damalige Zeit wirklich beeindruckend.

Der einzige Wermutstropfen ist die Geschichte rund um die beiden Männer in Paulas Leben. Ich frage mich, ob es diese überhaupt gebraucht hätte, denn hier gehören die Scheinwerfer ganz den starken Frauen. Auch Paulas Schwestern sind mutig, selbständig und lassen sich keine Vorschriften machen, was dem Buch zusätzlich eine Prise Humor verleiht.